Im Hermann-Löns-Viertel wächst das neue Stadtteilhaus

04.01.21, 08:30
Martin Schäfer

Im Hermann-Löns-Viertel wächst das neue Stadtteilhaus

Hier, im zweiten Stock des Hermann-Löns Forum, wartet ein großes rundes Oberlicht nur darauf, sein Licht bis ins Erdgeschoss in die Empfangshalle zu werfen.   Der runde Bodenausschnitt ist zur Absicherung noch mit Brettern verschlossen (s. vorheriges Bild). Später werden Glaswände den Bereich um den Bodenausschnitt absichern. Vom runden Flur geht es zu einzelnen Büros.

Auch die KITA Windrad steht schon. Ein Blick hinter die Kulissen. 

Mit Spannung beobachten die Anwohner im Hermann-Löns-Viertel, wie ihr neuer sozialer Mittelpunkt Gestalt annimmt. Die Katholische Jugendagentur Leverkusen Rhein-Berg Oberberg gGmbH baut hier ein Stadtteilhaus und eine KITA. Gefördert wird das Projekt von der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie der Stadt Bergisch Gladbach.

„Dann wohnen wir nicht nur hier, sondern das wird ein richtiges Viertel. Das bringt Leben hier rein. Unsere Nachbarn haben ihre Tochter schon in der KITA Windrad angemeldet“, erzählt ein Anwohner. 

Wie wird das Stadtteilhaus werden? Ein Blick hinter die Kulissen beantwortet die wichtigsten Fragen 

„Im Stadtteilhaus Hermann-Löns Forum ist Offenheit wichtig“, erklärt Thomas Droege. Er ist als Geschäftsführer der Katholischen Jugendagentur LRO verantwortlich für den Bau. „Zwei Bereiche heißen sofort alle Besucher willkommen. Zuerst das geräumig gestaltete Foyer mit Galerie und hoher Decke sowie der Vorplatz, der Menschen zum Verweilen einladen soll.“ Unter Corona-Bedingungen muss geklärt werden, wieviel Begegnung und Verweilen möglich ist. „Im Raum der Stille im zweiten Stock soll Menschen die Möglichkeit gegeben werden, sich Zeit für sich, für Besinnung und Entschleunigung zu nehmen.“

Das Foyer wirkt jetzt noch sehr roh. Das wird sich noch ändern: Sitzgelegenheiten und ein einladendes Ambiente sind geplant. Jeden Morgen werden Eltern und Kinder dieses Foyer durchqueren, um in die KITA Windrad zu gelangen. „Auf dem Rückweg können sich Eltern hier zu einem Schwätzchen niederlassen. Vielleicht planen sie dabei Verabredungen für ihre Kinder oder sprechen unser Mitarbeiter an, wenn sie Unterstützung brauchen“, malt Thomas Droege die lebendige Zukunft dieses Raumes aus. 

Im Foyer soll jederzeit ein Mitarbeiter der Katholischen Jugendagentur LRO zur Verfügung stehen, um allen Besuchern dabei zu helfen, sich schnell zurechtzufinden. Das hilft vor allem denjenigen, die die Beratungsangebote in den oberen Stockwerken nutzen möchten.

Der Raum der Stille 

Eher ruhig wird es im Raum der Stille zugehen. Er wird sanft und einladend sein und ermöglicht Besinnung und ein Heraustreten aus dem Alltag. Vielleicht möchte die eine oder der andere hier auch ein Gespräch mit Gott eröffnen. Gläubige aller Religionen sind herzlich willkommen. 

Und der Rest des Hauses?

Alle anderen Räume des Stadteilhauses sind gefüllt mit Beratungsangeboten und Aktivitäten. Sie werden von Mitarbeitern der Katholischen Jugendagentur LRO, der Stadt Bergisch Gladbach oder anderen Kooperationspartnern angeboten. So wird sich eine Mitarbeiterin der KJA LRO ganz der Jugendarbeit vor Ort widmen. 

Die Stadt Bergisch Gladbach bezuschusst einen Mitarbeiter als Koordinator, um gemeinsam mit den Anwohnern Konzepte für Bildungsangebote und Freizeitgestaltung im Hermann-Löns Forum abzustimmen und umzusetzen. Die Wünsche der Anwohner stehen hier im Mittelpunkt.

Das Angebot der Katholischen Jugendagentur LRO im Hermann-Löns-Viertel und in Gronau zur Unterstützung von Familien und deren Kinder über Bildung und Teilhabe (BuT) wird im Hermann-Löns Forum weiterhin stattfinden und ausgebaut. Dieses Angebot ist ein wesentlicher Auslöser dafür, dass das Stadtteilhaus entstanden ist. Hier ist die Stadt Bergisch Gladbach seit Jahren ein verlässlicher Förderer.

Außerdem wird der Jugendmigrationsdienst der KJA LRO einziehen und beratend tätig werden. 

Die KITA Windrad

In nur sechs Wochen ist der Rohbau der KITA Windrad fertiggestellt worden. Sie schmiegt sich nun gut sichtbar als gelber Gebäudeteil mit organischen runden Formen an. „Hier riecht es nach Holz, weil die KiTa komplett in Holzrahmenbauweise gebaut ist. Darum sieht es auch im Rohbau schon behaglich aus. Das passt für ein Haus, in dem sich später einmal Kinder wohlfühlen sollen“, findet Architektin Angelika Bilo. 

„Wir planen, die KITA Windrad im April/Mai 2021 zu eröffnen. Anmeldungen über Little Bird sind schon möglich“, Thomas Droege freut sich darauf, dieses große Gesamtprojekt mit Leben zu füllen: „Wir erschaffen einen Ort für Gemeinschaft, für Glauben und Besinnung, für soziale (Beratungs-) Angebote und sinnvolle gemeinsame Freizeitgestaltung. Genau so sehen die neuen Wege aus, die die Gesellschaft und auch die Katholische Kirche gemeinsam mit den Menschen gehen sollte. Die enge Kooperation mit der Stadt Bergisch Gladbach und der Pfarreiengemeinschaft Bergisch Gladbach-West ist dafür ein Zeichen.“